Hallo vierbeinige Kumpels
Und auch ein Hallo an alle zweibeinigen Freunde

 Heute möchte ich euch ein Erlebnis der besonderen Art erzählen:

Ich setze voraus, dass euch der Umstand bekannt ist, dass „Don Pablo vom Urltal“, mein Halbbruder vom vierten Wurf noch in der „Pension  Mutter“ zu Hause  ist.

 Seine, also auch meine  Mutter wurde Anfang September „hitzig“. Da sie bereits vierfache Mutter ist, darf sie nicht mehr „werfen“.  Das wäre ja noch nicht so schlimm, aber wie ihr euch denken könnt, sind für einen Rüden ab einen bestimmten Alters solche Umstände fatal. Den ganzen Tag den verlockenden Duft – da soll mal unsereiner widerstehen können. Unsere Hebamme, die Gabi, war aber mit  seinem  Verhalten gar nicht einverstanden. Nach einigen Tagen lagen ihre Nerven blank. Was tut sie? Sie kommt auf die schlaue Idee, meinen Halbbruder für die „hitzige Zeit“ auf Urlaub zu schicken. Sie ruft mein Herrchen und Frauchen um Hilfe. Natürlich war mein Frauchen  sofort Feuer und Flamme. Noch dazu wo Pablo ohnehin ihr Lieblingshund des vierten Urltal-Wurfes ist. 

Als dann, ich glaube es war ein wunderschöner Freitagnachmittag, als der Halbstarke bei meiner  Haustüre hereinstürmte. Anfangs war die Hundewelt noch halbwegs in Ordnung, ich machte gute Mine zum bösen Spiel und unterhielt mich etwas mit ihm. Als jedoch dann der Tag schön langsam zur Neige ging und meine lieben Zweibeiner sich fürs Fernsehen zu recht machten, durchzuckte mich ein Gedanke: Der Kleine wird doch nicht bei uns bleiben!  Als eine zweite Schlafstelle bereitgestellt wurde, war es gewiss – mein Halbbruder wird unsere Gastfreundschaft genießen.

Ich sage euch, war diese Zeit  ein Stress für mich. Die vorlaute „Rotznase“ war immer der erste an den Futterschüsseln. Auch an  der Wasserschüssel war es nicht anders und beim Empfang des Leckerlis machte er sich breit wie ein Scheunentor, nur um ja der Erste zu sein. Von meinen Lieblingsplätzen oder meinem  liebsten Spielzeug will ich gar nicht reden. Das hat vom Anfang an ihm gehört. Wie man sich mit so einem Benehmen  eine Belohnung verdient hat, kann ich sowieso nicht verstehen. Keine Ehrfurcht vor dem Alter. Aber so ist halt die heutige Jugend.   Aber man ist ja nicht so und vergönnt einen anderen auch etwas. Am schlimmsten aber waren die ersten Spaziergänge.  Auf  Gedeih und Verderb mit einer Kette an den Halsbändern  miteinander verbunden zu sein, war die größte Strafe für mich. Andauernd wollte er schnüffeln, „lackerln“ und sogar die Gehrichtung  bestimmen. Das war mir dann aber doch zu viel und habe ihm im Laufe der Zeit gezeigt, „wo der Bartl den Most holt“. Eines muss ich meinem Halbbruder aber zu Gute halten:  Er hat schnell gelernt, dass er in unserem Haushalt nur die zweite Geige spielt – zumindest bei mir -  weshalb die Zeit seines Aufenthaltes bei uns für beide  sicher schön war. Ob das Nervenkostüm von Frauchen und Herrchen aber noch in Ordnung ist, entzieht sich meiner Kenntnis.  

Ach ja, eines muss ich euch unbedingt noch sagen: Der Fotoapparat meines geliebten männlichen Zweibeiners ist während dieser Zeit mit Sicherheit heiß gelaufen, den täglich blitzte es mehrmals. Wie ich mein Herrl kenne, wird er diesen Zeilen bestimmt ein paar Impressionen  beifügen. So nun hab ich mir mein Hundeherz ausgeschüttet, jetzt ist mit leichter.

 Ich hoffe es geht euch auch so gut wie mir und verbleibe bis zum nächsten Mal

 Euer Arrow of Heaven vom Urltal

 

Urlaubsbilder aus Neuzeug